Samstag, 6. Dezember 2014

Mirissa, 05. Dezember, Tag 9

Jan:
Genug gechilled! Etwas wehmütig verlassen wir diesen einzigartig schönen Ort. Gestern Abend haben wir uns noch 2 Angebote für eine Taxifahrt nach Mirissa eingeholt und dadurch sogar noch 1000 LKR gespart. Für 4000 LKR fahren wir jetzt in einem schönen, klimatisierten Kleinbus die ca. 40 km am Indischen Ozean entlang. Der Fahrer ist besser zu verstehen als Nimal und auch er erklärt und zeigt uns Sehenswertes am Wegesrand, das quirlige Tangalle, einen Tempel mit riesiger Buddha-Statur und armen angeketteten Elefanten. Tini hat sich gedanklich schon den Bolzenschneider geschnappt.


Dann erreichen wir Matara, viel größer als gedacht und alles ist auf den Beinen. 7 km später empfängt uns dann schon Mirissa, rechts rein eine kleine Dorfstrasse hoch und nach 150 m stehen wir vor dem Secret Guesthouse unserer Herberge für die nächsten 4 Nächte. Bezahlt haben wir hier 60 USD pro Nacht ohne Fruühstück. Tini war schon vorgeeilt und als ich nachgehe, durch den kleinen Garten, durch das Tor öffnet sich plötzlich ein riesiger Garten und darin eingebettet eine wunderschöne, antike Villa gebaut aus Lehm und Holz mit verzierten Fensterläden und einer riesigen überdachten Freiluftterrasse. Unglaublich was Tini da wieder aus den Tiefen des Internets ausgegraben hat.
Zeit zu chillen!





Tini:
Wir sind dann auch gleich an den Strand mit Sack und Pack und haben uns in die Fluten des Ozeans gestürzt.



Hier ist das Meer viel ruhiger und wir genießen das ausgiebige Schwimmen. Dafür haben wir uns Mirissa anders vorgestellt,  hier ist es schon sehr touristisch, eine Strandbar neben der anderen, ein Hipster jagt den Nächsten, wer hat den längeren Vollbart. Nichts desto trotz,  genießen wir den Sonnenuntergang beim sun downer. Anschließend fahren wir mit dem Tuk Tuk nach Weligama, der nächste größere Ort, ca. 7 km entfernt,  um uns am Wine Store mit nem Bierchen einzudecken. Hin- und Rückfahrt für 500 LKR und ein sehr netter Tuk Tuk Fahrer der uns auch gleich am Restaurant absetzt.
Jan hat sich gleich einen Fisch ausgesucht und kam freudestrahlend an den Tisch und meinte: "Ich bekomme White Snapper"! Ich kannte bis dato nur Red Snapper.


Für mich gab es vegetarisches Curry mit extra bestellten coconut sambol:-)
Das Essen war spitze und Jans gegrillter Fisch der Wahnsinn. Esse ich auch morgen...hihi
Den Abend ließen wir mit Cocktails und chillen am Meer ausklingen. In unserer bescheidenen Hütte zurück, gratulierten wir noch unserer Freundin Elli zum Geburtstag. Anschließend fielen wir glücklich ins Bett.

Jan, Nachtrag:
Nochmal wegen der "interessanten" Leute hier: Ich hab den Verdacht in der Grünberger Straße im Friedrichshain gibt es irgendwo ne Tür, wenn man durch die durchgeht ist man ... Zack! ... direkt hier am Strand. Achtet mal darauf!

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Tangalle, 04. Dezember, Tag 8


Tini:
Es gibt nicht viel zu berichten, denn wir haben tatsächlich nur gechilled, waren schwimmen, köstlich essen und haben das Leben einfach nur genossen...


Morgen geht es weiter nach Mirissa...wir sind gespannt.

Tangalle, 03. Dezember, Tag 7

Tini:
Eigentlich fehlen einem die Worte, um unsere Unterkunft beschreiben zu können. Die Nacht war wunderbar, obwohl ich gestehen muss, dass ich noch nie 15 m vom Meer entfernt geschlafen habe. Als ich die Brandung die ganze Nacht mit seiner ganzen Kraft hörte, war das schon etwas unheimlich. Ich dachte darüber nach, was passieren würde, wenn uns jetzt die Welle holen würde...mir wurde bewusst das ich ein glücklicher Mensch war bzw. noch bin. Jan schlummerte tief und fest und auch ich schlief wieder ein.
Die Augen öffneten sich und wir würden zum Dank mit Sonnenstrahlen geweckt und Blick auf's Meer. Auf zum Frühstück.


Wir schlafen dieses Mal im Mangrove Garden im Beachbungalow für 80 Euro inkl. Frühstück. Der Bungalow ist komplett aus Holz und das Bad mit Dusche und WC befindet sich unter freiem Himmel. Einfach der Hammer und die Bilder geben das vielleicht am besten wieder. Das ist pures Glück!





Abends waren wir dann nebenan essen im Shiva's Beach Cabanas & Fishbone Restaurant, neu eröffnet vor 2 Tagen.


...das war das beste Essen was wir bisher auf Sri Lanka hatten.

Tangalle, 02.Dezember, Tag 6

Jan:
Die Teefabrik war eigentlich schon fast die letzte Station unserer Inseldurchquerung. Wir wollten jetzt endlich zum Meer. Auf Grund des großen Erdrutsches mussten wir leicht unsere Route ändern und gelangten so doch noch nach Ella. Wir hatten dort keinen Stop eingeplant, da es uns zu langweilig erschien, auch wenn alle Reiseführer und Berichte anderes behaupten. Wir sollten Recht behalten, beeindruckend jedoch war der Weg von Ella hinunter ins Flachland. Eingerahmt von steilen Hängen mit Wasserfällen ging die Fahrt durchs enge Tal Richtung Meer.





Dieses erreichten wir in Hambontota der Geburtsstadt des amtierenden Präsidenten.
Vom Tsunami stark getroffen (ca. 3000 Opfer) erfährt die Stadt gerade einen gigantisch anmutenden Wiederaufbau. Autobahnkreuz ohne Autobahn, ein internationaler Flughafen von dem man nicht nach Colombo fliegen kann, geschweige denn international, ein riesiger Wasserturm und ein hypermodernes Convention Center weit draußen vor der Stadt.

Noch 35 km bis zum Meer. Der Verkehr nimmt zu, die Busfahrer denken sie wären Han Solo im Millenium Falken. Noch schnell ins Wine Store ein Strandbierchen geholt ...
Achso, seit wir auf dem Land sind gibt es jetzt auch alkoholische Getränke in speziellen Geschäften. Prost!

Dann durch die Lagune die letzten Meter mit Limousine und Nimal, aus dem Auto geklettert, die Düne hoch und...

...das Meer, Sonne, Strand, der Wind und keine Menschenseele...
Das macht uns glücklich!


Mittwoch, 3. Dezember 2014

Lipton's Seat, 02. Dezember, Tag 6

Jan:
Schlecht geschlafen haben wir beide. Frühstück war fast pünktlich, wichtig weil wir ja zu Lipton's Seat wollten, einen Berg mit einer Teeplantage und Teefabrik, nicht weit entfernt von Haputale und auch der Grund warum wir hier überhaupt Station gemacht haben. Nimal unser Fahrer hatte mich den Abend zuvor gefragt warum wir überhaupt dahin müssen,  es gibt ja schließlich so viele andere Teefabriken. Ich hab ihm dann erzählt,  daß Tini sich belesen hat und dies eine der authentischsten Fabriken sein soll. Man kann von dort mit dem Tuk Tuk hoch auf den Berg fahren zu einer Aussicht genannt Lipton's Seat, mit Blick bis zum Meer. Der alte Lipton, Teefabrikant und angeblich ewiger Junggeselle, ist da wohl immer rauf wenn es etwas zum Nachdenken gab oder Bandarawela im Cricket verloren hat...haha

Tini:
Pünktlich um 6.30 Uhr saßen wir dann beim Frühstück und um 6.40 Uhr stand das Frühstück vollständig auf dem Tisch.
Um 7.00 Uhr drängelte ich dann schon, daß wir los müssen, hatte ich doch gelesen das es sich ab 9.00 Uhr oben auf dem Berg zuziehen kann also Nebel.
Das Gepäck wurde dann mit dem Tuk Tuk abgeholt und runter zum Auto gefahren und wir sind runter gelaufen um Zeit zu sparen. 100 LKR noch für den Tuk Tuk Fahrer abgedrückt und los ging es.
Die Anfahrt zur Dambatenne Teefabrik an sich war schon atemberaubend, aber als wir dann umstiegen in ein Tuk Tuk, um die restlichen 7,5 km bis zu Lipton's Seat zu erklimmen (eine Anfahrt dorthin ist mit Auto nicht mehr möglich) schossen mir vor Rührung die Tränen in die Augen. Diese Landschaft mit den Bergen und Teeplantagen, die eifrigen Teepflückerinnen...



Auf Lipton's Seat angekommen um Punkt 8.09 Uhr wurde dies noch übertroffen durch diese unendliche Weite die man von dort hat. Ich kann jedenfalls nachvollziehen warum Lipton hier immer herkam.
Der Nebel kroch schon hoch und 10 Minuten später konnte man schon nichts mehr sehen...hatten wir also alles richtig gemacht, yeah!





Jan:
Wir konnten also glücklich und von dieser wunderschönen Natur berührt den Rückweg antreten. Serpentinenartig ging es wieder runter vom Berg, so daß jeder von uns abwechselnd mal den Abhang auf seiner Seite hatte. Hat schon gekribbelt im Bauch. Durch die Teefelder mit den bunt gekleideten meist tamilischen Teepflückerinnen ging es zurück zur Teefabrik. Eingebettet in die Teefelder gab es ganze Dörfer mit Schulen, Krankenstationen und Hindutempeln.


Ob die Frauen jeh im Leben den Berg verlassen? Nun wollten doch alle wissen wie der Tee gemacht wird. Für 250 LKR pro Nase wurde eine Führung durch die Fabrik veranstaltet, dabei würde Schritt für Schritt der Prozeß durchlaufen und die Prozessparameter erklärt. Gar nicht so schwierig. Die Fabrik war 120 Jahre alt und es wird richtig Tee fabriziert, nicht nur zur Show. Da wir hier schon den ganzen Urlaub nur Tee trinken (der schmeckt hier viel besser) haben wir uns dann auch gleich selbst versorgt und von der besten Sorte BOPF ordentlich eingesackt.






Haputale, 01. Dezember, Tag 5

Tini:
Heute morgen gab es das beste Frühstück auf unserer bisherigen Reise, so konnte der Tag nur schön werden...doch weit gefehlt, aber der Reihe nach.
Nach dem Frühstück fuhren wir nochmal an den Gregory Lake, um ein paar schöne Fotos zu schießen.  Dann ging es los Richtung Haputale. Unterwegs gab es noch ein paar schöne landschaftliche Eindrücke.



Auf halber Strecke hielt unser Fahrer Nimal dann an und meinte er fühle sich nicht so gut. Angehalten haben wir an einem Imbiss kurz vor Bandarawela. So stiegen Jan und ich auch aus, denn es gab leckere Köstlichkeiten an dem Imbiss zu probieren (Samoussa und andere leckere unbekannte Teigtaschen) und eine Tasse Tee könnte ja auch nicht schaden.
Nimal griff dann auch ordentlich zu und machte es sich am Tisch gemütlich mit Tee und plauderte lustig mit der Besitzerin. Es ging ihm schlagartig besser und in mir wuchs der Verdacht das das Ganze inszeniert war und er vielleicht Provision hier erhielt oder Verwandte waren. Auf jeden Fall durften wir seinen Verzehr auch mit begleichen.  Im Auto konnte ich mir ein: "Feel you better?" nicht verkneifen. Jan hat sich weggeschmissen vor Lachen und mein Misstrauen war geweckt. Weiter ging die Fahrt...
Ein Stop im Mlesna Tea Center in Bandarawela führte uns auch endlich zu unserem gewünschten Teeservice.

Jan:
Ein Nachtrag noch zu Heidi's Home ... der nette Besitzer von Heidi's Home erklärte uns noch das der Einbau einer Duschkabine dem Feuchtigkeitsproblem Abhilfe schaffen sollte. Dann wäre die Unterkunft wirklich ein Tipp.



Nach dem Kauf des Teeservice ging es von Bandarawela hinunter nach Haputale, dem heutigen Ziel unserer Reise und kurz vor Erreichen fing uns auch schon wieder der Nebel ein. Wir fanden schnell den Weg zu unserer Unterkunft und auch das Stück Berg das auf ihm lag. Unterwegs hatten wir schon diverse Erdrutsche gesehen und im November ist kurz hinter Haputale der Berg auf 3 km heruntergekommen und hat zahlreiche Häuser und auch 45 Menschen unter sich begraben.
Nun war unser Weg also versperrt und wir mussten hochlaufen. Oben angekommen schauten wir uns das Zimmer an, ging so. Das Bad war eigentlich nicht akzeptabel. Aber wir dachten für eine Nacht geht es und der einsetzende Dauerregen bestärkte uns hier zu bleiben.


Für das Abendessen gab es dann eine Karte. Das kam dann aber per Tuk Tuk und die Frau des Hauses versuchte ohne das wir es bemerken damit in die Küche zu huschen. Hat trotzdem geschmeckt.
Nächsten Morgen wollten wir früh raus um auf den Berg zu fahren. So sagten wir das wir um 6.30 Uhr frühstücken wollten. Kommentar vom Herbergsvater: "I will do my best" Aha.
Dann in der Lobby noch etwas Reisebericht geschrieben und um 21.00 Uhr gab's Kommentar 2: "My bed is calling". Was auch für uns hieß, ab aufs Zimmer... egal morgen geht es auf den Teeberg. Wir waren übrigens die einzigen Gäste!
Für das Amarasinghe Guesthouse haben wir 2.500 LKR bezahlt ohne Frühstück. Empfehlen können wir es nicht.

Tini:
Gestern fragte ich Jan, ob Nimal vielleicht Parkinson hat weil er manchmal mit dem Kopf von links nach rechts oder auch umgekehrt wackelt. Jan ist das aber nicht aufgefallen. In Haputale dann als Nimal Passanten nach dem Weg fragte, sah ich es! Der Andere wackelte auch mit dem Kopf! Es scheint als eine Art Kommunikation zu sein Wohlwollen auszudrücken,  aber so richtig schlau bin ich noch nicht. Ich bleibe dran....:-)

Montag, 1. Dezember 2014

Nuwara Eliya, 30. November, Tag 4

Jan:
Die zweite Bergetappe führte uns von Kandy nach Nuwara Eliya. Diesmal nur über 68 km und endlich nicht mehr mit so viel Verkehr.  Das Wetter aber ließ sehr zu wünschen übrig, ein Mix aus Wolken, Regen und Nebel. So fiel auch der auf der Sehenswürdigkeitenliste stehende Ramboda Waterfall, den wir von oben betrachten wollten ins Nichts...
Danach schraubten wir uns mit ewigen Serpentinen aufwärts und kamen dem Licht langsam näher.


An der Teefabrik, der Labookellie Tea Estate, dann die ersten Sonnenstrahlen, welche unseren Fahrer dazu ermutigten, das Geheimnis um das kleine Säckchen an der vorderen Ecke unserer Limousine zu lüften. Drin steckte eine Standarte in schwarz, rot, gold, passend zum Herkunftsland der Chauffierten. Fetzt!


Dann passierten wir den höchsten Punkt unserer Reise, gleich neben dem höchsten Berg Sri Lankas, dem Pidurutalagala (2524 m). Jetzt kam vollends die Sonne heraus und ab ging die Fahrt gut gelaunt hinunter ins bunt-britische Nuwara Eliya (1893 m) Das Klima ist daher eher britisch unterkühlt als tropisch überhitzt, ca. 18 Grad.

Tini:
Wir machten auch gleich los den Ort zu erkunden. Die Stadt selbst präsentiert sich mit seinem Markt und Basar etwas hektisch und stickig, doch der 1889 gegründeten Golf-Club, der Viktoria Park und die Pferderennbahn schaffen grüne Oasen.
Die altehrwürdigen Hotels, Villen im Tudor-Stil, das rote Post-Office (hier muss man allerdings schon genau hinsehen, um die rote Farbe zu erkennen) lassen ein wenig nostalgische Gefühle aufkommen.


Irgendwo hatte ich gelesen, dass es im Hill Club ein hübsches Teeservice zu kaufen gibt. Schon die Auffahrt und Fassade dieses Herrenhauses versetzten einen schnell in die Kolonialzeit. Von innen dominieren alte Möbel das Ambiente, es gab so viel zu sehen, doch schon standen wir im Verkaufsraum. Schade, zu dem Service welches wir schön fanden, gab es die Tassen passend zur Kanne nur noch in einer anderen Farbe



Also wir uns aufgemacht in unsere heutige Bleibe Heidi's Home einzukehren,  welche sich nicht so leicht finden ließ. Unser Zimmer nannte sich Deluxe Room und kostete 35 USD (=28 EUR) inkl. Frühstück mit Lakeview, um genau zu sein den Gregory Lake. Wunderschöner See.


Das Zimmer roch ein wenig modrig und war etwas klamm, aber was will man bei diesem Preis erwarten und es war eh nur für eine Nacht.



Abends suchte Nimal unser Fahrer noch das Restaurant für das Essen aus, das Remarko Restaurant. Von außen sieht es eher aus wie eine Bäckerei und Imbiss, aber das Essen war der Wahnsinn. Für drei Personen haben wir 1.155 LKR (=7 EUR) bezahlt inkl. einer Flasche Wasser.


Jan:
Nachdem wir uns die Bäuche vollgeschlagen hatten, brachen wir noch zu einem kleinen Spaziergang auf. Unser Fahrer führte uns durch das nächtliche Eliya. Erst ging es zur Markthalle, wo für die Uhrzeit noch reges Treiben herrschte. Auch Fisch und Fleisch war hier abends noch zu erstehen. Eifrig angeboten erweckten besonders frische Vanilleschoten unser Interesse. Am dritten Stand griffen wir dann zu, ohne Handeln zum Leidwesen Tinis. Anschließend gab es noch einen kleinen Bummel über den Busbahnhof, den Busausrufern gelauscht und dann ging es wieder heim in Heidi's Home.